THE TRUMP CARD

von Mike Daisey
Mit: Sunga Weineck als Barack Obama
Inszenierung und Fassung: Maren Pfeiffer
Übersetzung: Natascha Hoffmeyer, eine ebenfalls, gemäß dem Wunsch Mike Daiseys gemeinfrei zur Verfügung gestellte Übersetzung

Foto: Marek Maliszewski

„Es schneit und friert in New York, wir brauchen globale Erwärmung.“ (Donald Trump)

Sunga Weineck spielt in Maren Pfeiffers Fassung einen Stand-Up-Comedian, der sich als „professioneller Lügner“ auf Politiker spezialisiert hat. Insbesondere brilliert er in der Rolle des Barack Obama. Es ist die Nacht vor der Wahl: Clinton oder Trump. Weineck probt in seiner Garderobe für eine fiktive Vorstellung, um für den Notfall gleich auf der Bühne gewappnet zu sein. Und der Notfall tritt ein: Der Milliardär Donald Trump zog die Trump Card und gewinnt wider Erwarten die Wahl. Sunga Weineck ist der Komödiant in dem gefährlichen Spiel zwischen Lüge und Wirklichkeit.



Kritiken

Kölnische Rundschau von B. Krebs

Wie Trump wurde was er ist, was er ist

Ein Polit-Monolog für Sunga Weineck

Es ist der 8. November 2016, am Ende des Tages wird Donald Trump ,,President-elect“ der USA sein. In jener Nacht spielt Maren Pfeiffers Bearbeitung des Monologs ,,The Trump Card“ vom US-Autor Mike Daisey, die nun im Horizont-Theater Premiere hatte. Darin bereitet sich ein Stand-up-Comedian (Sunga Weineck) auf einen Auftritt vor. Er hat sich auf Politiker spezialisiert und brillierte vor allem als Barack Obama. Doch der Comedian braucht ein neues Programm für den Notfall, der dann ja auch eintritt. Daiseys "The Trump Card“ ist eine Recherche zum Aufstieg Donald Trumps Entscheidend ist die Frage: ,,Welche Chance hatte Donald Trump ein anderer zu werden als der, der er heute ist?“ Er war ziemlich chancenlos, wie Weineck dem begeisterten Premierenpublikum mit leiser Melancholie und furztrockenem Humor beweist.

Strategie des Gegenangriffs

Geprägt wurde Donald von Vater Fred, ein Ku-Klux-Klan-Freund und Raubtierkapitalist, der mit Schrottimmobilien ein Vermögen gemacht hat; oder dem McCarthy-Schergen Roy Cohn, der sowas wie die böse Quadratur des bösen Kreises hinbekam, indem er Juden wie Homosexuelle abgrundtief hasste, obwohl er selbst beides war.
Von Cohn lernte Trump demnach auch die Gegenangriff-Strategie: Wenn du beim Lügen ertappt wirst, sag einfach das Gegenteil und tu so, als machte alles keinen Unterschied. Eine Art obskurantistische Dialekt, die Trump schwer angreifbar macht. Da passt es, dass Weineck noch ,,Trump, The Game“ , eine Art Monopoly für Betrüger und Dumme vorstellt, um hernach zu resümieren: ,,Wir spielen alle dieses Spiel. Und ich frage mich, wann wir endlich damit aufhören wollen. “ Ein sehenswerter Abend, der vor allem von einem superlässigen Sunga Weineck lebt.