Die Odyssee

Nach Homer
Regie: Christos Nicopoulos
Dramaturgie: Janosch Roloff | Choreographie: Anna Rödiger
Mit: Liesa Strehler, Piro Rempel, Bettina Muckenhaupt, Anna Rödiger u.a.

Foto: Horizont

Nach zehn Jahren Krieg um Troja begibt sich der siegreiche Odysseus endlich auf den Weg zurück nach Ithaka. Doch bevor er seine Heimat erreichen wird, sollen noch zehn weitere Jahre vergehen. Aus der geplanten ruhmvollen Wiederkehr entsteht eine wilde Irrfahrt durchs Mittelmeer. Odysseus und sein Gefolge erleiden nicht nur physisch Schiffbruch und werden an unbekannte Ufer gespült, aus den einstigen Kolonisatoren werden hilfesuchende Nomaden.

Odysseus ist ein universaler Mensch, der Archetyp des „modernen“ Menschen. Er agiert nicht animalisch wie die Menschen der frühen Mythologie, in der Macht durch brutale Gewalt ausgeübt wird. Stattdessen liegt er im Kampf mit dieser Überlieferung und besticht durch überlegenen Intellekt und Schläue. Gleichzeitig ist er erfüllt von Demut gegenüber den Göttern und damit der Natur. Odysseus ist ein Mann des Übergangs vom mythologischen Zeitalter zur Moderne; ein Anführer, der seine Mannschaft schützt, seine Familie und seine Heimat liebt – ein scheinbar konservativer Mann aus unserer postmodernen Sicht. Zudem steht Homers Epos am Übergang vom prähistorischen Matriarchat zur antiken patriarchalen Gesellschaft und ist somit ein Werk, das sich mit der Veränderung der Zeiten beschäftigt und dem sich daraus ergebenden Orientierungsverlustes.