Kalender Girls

Eine tiefsinnige pralle Komödie
von Tim Firth
Übersetzung: Wolf Christian Schröder
Regie: Christos Nicopoulos
Mit: Andrea Ingenhaag, Patricia Kalbizer-Woeste, Christa Nachs, Johanna Rautenbach, Silke von Voigt, Birgit Guse, Claudia Merkle, Astrid Lenzen, Thomas Wallendorf, Katharina Baschan

Foto: Klaudius Dziuk

Hausfrauen entblößen sich für einen guten Zweck! Lady Godivas der Gegenwart, Mitglieder der Klosterspieler von Brauweiler spielen die Kalendergirls. Ein Realitytheater der besonderen Art mit 100 % igem Engagement und Hingabe bis zur Entblößung der Seele.

TERMINE

2017

14.01.17 um 20 Uhr
21.01.17 um 20 Uhr
31.01.17 um 20 Uhr
Freier Sekt für alle Zuschauer, anlässlich Geburtstagsfeier einer Mitspielerin.

10.02. 20 Uhr
17.02. 20 Uhr
10.03. 20 Uhr
17.03. 20 Uhr
08.04. 20 Uhr

Kritiken

Nicht nur am Schauspiel Köln feiert zurzeit die Theaterfassung einer Filmvorlage Erfolge. Auch am Horizont Theater müssen sich die Bühnendarstellerinnen vor der Filmbesetzung - darunter immerhin Helen Mirren und Julie Walters - nicht verstecken. Die Komödie mit melancholischen Momenten basiert auf einer wahren Begebenheit: Eine Gruppe überwiegend älterer Hausfrauen in der englischen Provinz benötigt Geld, um den örtlichen Krankenhaus ein neues Sofa für den Wateraum zu stiften. Die benötigte Summe soll durch den Verkauf eines Pin-up-Kalenders zusammen kommen - für den die Frauen selbt posieren. Christos Nicopoulos inszenierte das Stück mit Mitgliedern der "Klosterspierler von Brauweiler". Der Kalender kann nach der Vostellung gekauft werden, der Erlös geht an die DKMS.

Kölner Illustrierte 0117


Kalender Girls

Eine reichlich verwegene Idee. Mitglieder einer Frauengruppe, alle vorgerückten Alters, gehen in trauter Gemeinsamkeit sozialen Tätigkeiten nach. Doch diese beginnen in ihrer Biederkeit mehr und mehr zu langweilen. Auch der alljährlich hergestellte Kalender mit seinen heimeligen Motiven verkauft sich kaum noch richtig. Doch auf einmal: wie wär's mit etwas Kessem? Gesagt, getan. Die Damen lassen sich bei häuslichen Tätigkeiten fotografieren, und zwar (weitgehend) oben ohne. Ehrenwerter (und real belegter) Hintergrund: man hofft mehr Geld einzunehmen, welches einem Krankenhaus für Krebskranke gespendet werden soll. Auslöser für diese Idee ist der Leukämie-Tod des Mannes einer der Frauen. Klar, dass dieses Unternehmen nicht ohne Zögerlichkeiten und Hürden vonstatten geht. Auch scheint das überraschende Medieninteresse die seriöse Grundidee vorübergehend zu ersticken. Doch das lässt der Typ Komödie dann doch nicht zu. Dennoch gerät jede Inszenierung dieses (2003 erfolgreich verfilmten) Stückes zu einem Balanceakt zwischen kraftvoller Komik und leiser Tragik. Christos Nicopolus sorgt primär für einen vergnügten Abend. Mitglieder der Klosterspieler von Brauweiler agieren mit Herzblut und bewundernswertem Mut zu „Offenherzigkeit“. CZ

02/03 17 Theatergemeinde Köln