Auf den Hund gekommen

von Katrin Wiegand
Regie: Christos Nicopoulos
Mit: Astrid Rempel, Uwe Melchert/Jürgen Reinecke, Xolani Mdluli

Foto: Aesthetische Fotografie K. Dziuk / Horizont

Sie fürchten vielleicht den verführerischen George Clooney als Konkurrenten. Selbst von derLeinwand kann er ein Feuer versprühen, das ihre Frau erotisch glühen lässt. Aber ein Hund?! Nie, never! Noch dazu ein Hund, der zwar gepflegt und zärtlich ist, aber der selbst zum Spazierengehen zu faul ist. Und doch führen sie eine Ehe zu dritt: Angelika, Ulrich und Bruno. Und Bruno ist ein Hund. Angelika und Ulrich sind gerade in Rente und wohlsituiert. Eigentlich hätte es ihnen gut gehen können, doch dann kommt ein Hund „canis ex machina“...

Termine

Fr. 15.09. um 20:00 Uhr
Sa. 23.09. um 20:00 Uhr
Fr. 20.10. Ausverkauft!
Sa. 11.11. um 20.00 Uhr
Fr. 17.11. um 20:00 Uhr
Sa. 25.11. um 20:00 Uhr
Sa. 09.12. um 20.00 Uhr
Fr. 15.12. um 20.00 Uhr

Kritik

Bruno reißt die Gräben auf
"Auf den Hund gekommen" von Katrin Wiegand als Uraufführung

von Barbro Schuchardt

Bruno frisst Socken, will nicht spazieren gehen und schläft mit im Ehebett. So hatten sich Angelika und Ulrich das nicht vorgestellt, als Sie sich den Hund anschafften, um ihren Ruhestand aufzupeppen. 30 Jahre sind sie verheiratet- "vielleicht deshalb so lange, weil wir keine Zeit füreinander hatten", ätzt Angelika.

Jetzt hätten sie Zeit, doch Bruno reißt Gräben auf. Probleme kommen auf den Tisch, die vorher darunter gekehrt wurden. War Ulrich immer der Schlaffi, der nur durch einen Trick zum Heiratsantrag gebracht werden konnte? Und hat Angelika für den Hund mehr Verständnis als für ihren Mann?

Katrin Wiegand, (Jahrgang 1968), hauptberuflich in Braunschweig als Stadtplanerin tätig, ist so etwas wie der neue Senkrechtstarter der deutschen Boulevardautoren. Mit ihren früheren Stücken "Kerle im Herbst" (bis vor kurzem mit Horst Janson, Christian Wolff und Hans-Jürgen Bäumler im Bonner Contra-Kreis Theater zu sehen) und "Sextett im Bett" hat sie ihr Talent bewiesen, zwischenmenschliche Konflikte sehr witzig in spritzig-boshafte Dialoge zu verpacken.

Christos Nicopoulos konnte sich nun für sein Horizont Theater die Uraufführung ihres jüngsten Werks "Auf den Hund gekommen" sichern. Wobei er noch kurzfristig eine Umbesetzung in seiner Inszenierung meistern musste: Für den erkrankten Uwe Melchert sprang Jürgen Reinecke als Ulrich für alle Vorstellungen bis zur Sommerpause ein. Der sympatische Schauspieler mit dem drolligen Teddybär-Charme passt gut zu der souveränen, damenhaften Astrid Rempel an seiner Seite.

Wichtigste "Person" aber ist natürlich der Hund, urkomisch gespielt von Xolani Mdluli. Mit seiner tänzerichen Geschmeidigkeit und dem trefflich imitierten Hunde-Verhalten setzt er genau den richtigen Kontrapunkt zu dem etwas frustrierten Ehepaar, bei dem er lange verschüttete Emotionen ausbuddelt. Herzliche Beifall für diese gelungene dreieckskomödie. Kölnische Rundschau 14.06.17 Nr.: 136

Kölnische Rundschau 28. September 2016